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Kastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus)

Seit 2026 gibt es die Kastaniengallwespe auch im Burgenland – oder eigentlich schon seit 2025. Denn sie legt im Sommer ihre Eier in die Knospen fĂĽr das nächste Jahr. Die Folge sind verkrĂĽppelte Blätter, an denen die typischen Gallen entstehen. In diesen befinden sich mehrere Eier, die geschĂĽtzt durch die Galle zu neuen Wespen heranwachsen. Diese sind nur ca. 2 mm groĂź, können aber einen riesigen Schaden verursachen. In Gebieten mit starkem Befall kann es zu EinbuĂźen bis zu 80% kommen und die Bäume durch die sehr verkleinerte Blattoberflächen behindert werden, ja sogar absterben können. Eine chemische Bekämpfung ist – abgesehen, dass diese in Ă–sterreich nicht erlaubt ist – nicht erfolgreich. Ein mechanisches Entfernen der Gallen vermindert den Befallsdruck auch nur unwesentlich, da die fertigen Insekten sehr mobil sind.
Es gibt jedoch einen Lichtblick: dort, wo die Kastaniengallwespe ursprĂĽnglich herstammt, nämlich auch China bzw. Japan, gib es einen Antagoniten, die Schlupfwespe Torymus Sinenesis, welche die Kastaniengallwespe parasitiert. Diese legt im FrĂĽhjahr, wenn die Gallen bereits erkenntlich sind, ihre Eier in diese und ihre Larven fressen die darin befindlichen Gallwespenlarven. Inzwischen gelingt es, diesen Antagonisten auch in Europa zu vermehren und in die Natur zu bringen – in Ă–sterreich ist aber auch dies noch immer nicht erlaubt. Zum GlĂĽck hält dieser nichts von Landesgrenzen und er ist bereits in einem Teil der Gallen zu finden, also mit der Gallwespe „mitgereist“. Dies Gallwespe schlĂĽpft im Ende Juni oder im Juli, erkenntlich an den Ausflugslöchern in den Gallen. Der Antagonist aber erst im nächsten FrĂĽhjahr, er ĂĽberwintert in den Gallen, welche mit den Blättern abfallen. Es ist ĂĽblicherweise um Krankheiten zu vermeiden zwar besser, die Blätter und Igel zu entsorgen, aber im Befallsfall ist es wichtig, dass die im Herbst abgefallenen Blätter nicht vernichtet oder entfernt werden. Das Bild zeigt eine aufgeschnittene Galle mit einer entwickelten Wespe (dunkles Insekt), aber auch einem Parasiten (weiĂźe Larve)


Hoffen wir, das der Torymus Sinensis seine Arbeit erledigt. In vielen Gebieten in Europa gelingt dies. Dann entsteht ein „Räuber-Beute Modell“: wenn genug Beute (Gallwespen) da ist, kann sich der Räuber (Torymus) gut entwickeln und dezimiert die Beute. Wenn der Räuber aber zu erfolgreich ist und die Beute vernichtet, muss er verhungern und die Beute kann sich wieder entwickeln. usw. Verschwinden wird dieser eingeschleppte Schädling nicht mehr.
